Aussprachestörungen:
Hierbei unterscheidet man zwei Formen, die Phonetische Sprechstörung und die Phonologische Sprachstörung. Bei der phonetischen Sprechstörung können einzelne Laute oder Lautgruppen altersgemäß nicht korrekt ausgesprochen oder gebildet werden.Beispiel: Das klassische „Lispeln“, die s-Laute werden fehlgebildet.

Bei der phonologischen Sprachstörung werden ähnlich klingende Laute vertauscht, ausgelassen, oder durch andere ersetzt. Beispiel: Der Laut /k/ wird durch den Laut /t/ ersetzt („Das Kind sagt Tindergarten anstatt Kindergarten“).

Störung beim Aufbau des Wortschatzes
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Eine Störung im Aufbau des Wortschatzes ist beispielsweise daran erkennbar, dass dem Kind zur Kommunikation notwendige Wörter wie Nomen (z.B. Haus, Auto), Verben (z. B. springen, essen) oder Adjektive/Adverbien (z.B. schön, alt) fehlen und es häufig auf unspezifische Wörter wie "Dings"zurückgreift. Oft haben die Kinder auch Probleme, Wörter in einen Zusammenhang zu bringen (sog. Kategorisieren), z.B. die Unterbegriffe Hund und Katze kann man dem Oberbegriff "Tier" zuordnen. Solche Störungen werden in der Logopädie auch als "lexikalische Störungen" bezeichnet.

Störungen der Grammatik:
Störungen der Grammatik (Dysgrammatismus) können Wörter und Sätze betreffen. Die Kinder flektieren z.B. die Verben nicht richtig ("Du gehen ..."). Darüber hinaus kommt es auch oft zu Fehlern in der Satzstellung (z.B.: "Mama lange Haare hat"). Solche Störungen werden in der Logopädie auch morphologisch-syntaktische Störungen genannt.

Lese-Rechtschreibstörung (LRS):
Eine Leserechtschreibstörung geht oft auch mit einer ausgeprägten Sprachstörung (die im Vorschulalter entstanden ist) einher, bzw. kann aus einer bereits bestehenden Sprachstörung entstehen.

Allgemein gilt, alle Kinder können zu Beginn der Schulzeit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben. Bei vielen Kindern nehmen die Probleme rasch ab, bei Kindern mit LRS bleiben die Probleme lange Zeit bestehen. Außerdem haben die Fehler bei Kindern mit LRS keine Konstanz. Ein und dasselbe Wort wird dann immer wieder anders falsch geschrieben.

Entwicklung einer LRS:
Zu Beginn des Schriftspracherwerbs können Probleme beim Aufsagen des Alphabets, der Benennung von Buchstaben oder dem Bilden von Reimen auftreten. Im weiteren Verlauf zeigen sich auch Schwierigkeiten im Leseverständnis.
Im Lesen zeigen sich folgende Symptome:

  • die Verwechslung von gestaltähnlichen Buchstaben : p-q
  • niedrige Lesegeschwindigkeit
  • Schwierigkeiten bei Doppellauten: „Matte“ wird dann so geschrieben: „Mate“
  • Fehler in der Groß-,und Kleinschreibung
  • Schwierigkeiten bei der Silbentrennung etc.

Ebenso können Probleme im Leseverständnis auftreten:
Unfähigkeit, Gelesenes wiederzugeben, aus Gelesenem Schlüsse zu ziehen oder Zusammenhänge zu sehen.

Hörstörungen:
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen genetischen Hörstörungen und erworbenen Hörstörungen. Genetische Hörstörungen treten z.B. im Rahmen einer erblichen Grunderkrankung oder eines Syndroms auf. Erworbene Hörstörungen treten durch prä-, peri-, oder postnatale Schädigung auf.

Wichtig ist, wenn eine Hörstörung diagnostiziert wurde sollte das Kind schnellstmöglich mit Hörgeräten oder Cochlear-Implantaten versorgt werden. Darüber hinaus sollte mit einer gezielten Förderung geeigneter Strategien zum Sprachverstehen und zum Sprachaufbau begonnen werden.
Auch wenn das Kind über Hörhilfen verfügt bleibt das Hören- und Sprechenlernen ein komplexer und anstrengender Prozess und erfordert viel Engagement aller Bezugspersonen.

Wie wirkt sich eine Hörstörung auf die Kommunikationsfähigkeit des Kindes aus?

Das Kind zeigt bei einer Hörstörung Probleme in allen Bereichen der Sprache.

Sprachverständnis /Wortschatz: Durch die Höreinschränkung ist das Kind nicht in der Lage das gehörte Wort ausreichend zu dekodieren(entschlüsseln) und es mit einer Bedeutung zu verbinden. Dadurch kann es nicht korrekt oder nur unvollständig im Lexikon abgespeichert werden. Dementsprechend zeigt es dann einen eingeschränkten Wortschatz.

Grammatik: Durch die Höreinschränkung werden unbetonte Wörter schnell überhört. Dadurch lernen die Kinder keine vollständige Satzstruktur und lassen wichtige Funktionswörter im Satz weg.

Artikulation: Durch eine eingeschränkte Hörwahrnehmung kann das Kind besonders enge Lautkontraste wie z.B. /t ; d/ nicht unterscheiden

Tonus/ Atmung / Stimme: Durch die fehlende Eingenkontrolle-,wahrnehmung der Stimme kommt es zu einer veränderten Stimmführung (die Stimme klingt gepresst und der Stimmklang ist überhöht).

Myofunktionelle Störung:
Bei einer myofunktionellen Störung besteht ein Muskelungleichgewicht der Zungen-, Lippen-, aber auch Gesichtsmuskulatur.
Durch die zu schwache Zungenmuskulatur kommt es häufig zu einem fehlerhaften Schluckmuster oder auch zu einer Lautfehlbildung (z.B. der s-Laute). Nicht selten entstehen dadurch auch Zahn-, und Kieferfehlstellungen.
Ursächlich hierfür sind z.B. orale Habits (wie das Daumenlutschen), ständige Mundatmung, nicht altersgerechte Nahrung (ausschließlich weiche Kost) etc.

Redeflussstörungen:

Stottern:
Stottern ist eine Störung des Redeflusses, welche geprägt ist durch Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern, Dehnungen von einzelnen Lauten oder auch durch sog. stumme oder hörbare Blockaden.
Die Stottersymptomatik führt oft auch zu persönlichen Veränderungen, Betroffene ziehen sich zurück, vermeiden Sprechanlässe.

Poltern:
Poltern ist eine Art von Redeflussstörung, die geprägt ist durch einen sehr schnellen überstürzten Sprechablauf. Hierdurch kommt es zu Auslassungen von Wörtern und sogar zu Satzumstellungen.

Stimmstörungen (Dysphonien):
Funktionelle und organische Stimmstörungen bei Kindern und Erwachsenen.
Funktionell bedingt, z.B. Erwachsene, die einen sehr sprechintensiven Beruf ausüben und einer hohen stimmlichen Belastung ausgesetzt sind ( Lehrer und Sänger etc.). Organisch bedingt: Stimmschädigung (z.B. Stimmlippenlähmung infolge einer Struma-OP), organischen Veränderungen an den Stimmlippen, wie Reinke-Ödem oder Stimmlippenknötchen etc.

Rhinophonie:
Näselnder Stimmklang durch fehlenden Abschluss des Nasenraumes vom Mundraum ( z.B. bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte)

Atemtherapie bei Reflux:
Reflux (Sodbrennen) tritt in der heutigen Gesellschaft sehr häufig auf. Reflux kann zu einer Kehlkopfentzündung, Aspirationspneumonie oder Asthma führen. Die Säurereizung der Speiseröhre führt auch zu einer beschleunigten Atmung und verschlechtert so die Beschwerden von Atemwegserkrankungen z. B. bei Asthma (Atemnot, Keuchen u. a.). Neben wirksamen Medikamenten kann durch ein intensives Training der Atemmuskulatur (Atemgymnastik) der Reflux positiv beeinflusst werden.

Schluckstörung (Dysphagie):

  • organisch bedingt durch Missbildungen im Mundbereich (z.B. angewachsenes Zungenbändchen), durch neurologische Erkrankungen (z.B. nach Schlaganfall, nach Schädel-Hirn-Trauma, nach Gehirnoperationen, bei degenerativen Erkrankungen wie Parkinson etc.)
  • Hierbei ist eine gezielte Behandlung zwingend notwendig, um mögliche Folgen der Dysphagie, wie das Auftreten einer Lungenentzündung durch Eintreten von Nahrung in die Lunge, verhindern zu können.
  • funktionell bedingt bei Zungenfunktionsstörungen (die Zunge weist eine zu schwache Muskulatur auf)

Sprachstörung (Aphasie):
Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, die durch hirnorganische Schädigung entsteht (wie z.B. Schlaganfall, oder Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumore).
Es können alle Bereiche der Sprache betroffen sein: Sprachverständnis, Sprachproduktion, Lesen und Schreiben. Die einzelnen Bereiche der Sprachstörung können unterschiedlich stark betroffen sein.

Sprechstörungen:

Sprechapraxie:

Die Sprechapraxie ist eine neurologisch bedingte Sprechstörung. Es handelt sich um eine Beeinträchtigung der Fähigkeit, einzelne Sprechbewegungen richtig programmieren zu können, die für die Produktion von Wörtern nötig sind.

Dysarthrophonie:
Neurologisch bedingte Sprechstörung mit Beeinträchtigung mehrerer oder aller am Sprechen beteiligten Funktionssysteme( Artikulation, Sprechatmung, Stimme (Phonation)).